Belichtung und Belichtungsmessung

Ich hatte Gelegenheit, meine beiden neu erstandenen (ur)alten Belichtungsmesser Lunasix 3 und Weimarlux mit dem Leuchtdichtemessgerät L1009 der Fa. LMT (Berlin) zu vergleichen. Die +5 bei dem aus dem Messwert des L1009 umgerechneten LW resultiert daraus, dass die Belichtungsmesser bei LW = 0
fünf Skalenteile anzeigen (100ASA). Beide Geräte zeigen einen um ca. 1 LW zu hohen Lichtwert. (Alle Batterien in den Belichtungsmessern hatten je 1,35V.)
Dieses Foto eines Innenhofs ist um 1/2 Blendenstufe unterbelichtet. Der Himmel ist satt blau, in den Schatten ist kaum etwas erkennbar.

Dieses Foto entspricht in der Belichtung der - wie o.a. angegeben - um 1 LW korrigierten Ablesung auf dem Lunasix 3.

Dieses Foto des Innenhofs ist um
1/2 Blendenstufe überbelichtet. Der Himmel und das Dach wirken ausgewachen, in den Schatten sind Detalis einigermaßen gut erkennbar.

Formeln:

cd/m² = (12/ASA) * 2^EV

LUX = (250/ASA) * 2^EV

und daraus: LUX = (250/12) cd/m²

dabei sind die Zahlen 12 und 250 Umrechnungsfaktoren. EV ist der Lichtwert, auch LW abgekürzt.

cd/m² ist die Leuchtdichte. Dabei ist es unerheblich, ob die angemessene Fläche selbst leuchtet oder nur reflektiert.

Eine Änderung von 1 LW entspricht einer Änderung von 1 Blenden- oder 1 Zeitstufe.

nun folgen einige Mutmaßungen von mir:

In LUX wird das auf ein Objekt fallende Licht gemessen. Vergleichbar (?) wird bei der sogenannten Lichtmessung
vom Objekt in Richtung Kamera hin gemessen.

Abgeleitet von einem Belichtungsumfang von 5 LW bei Filmen - vom dunkelsten Schatten zum hellsten Licht - ergibt
sich für einen mittleren LW von 2,5 eine Belichtung von 1/(2^EV) oder 1/(2^2,5) = 0,1768. Entsprechend beträgt
die Reflektion der gebräuchlichen Graukarten 18%.

Tips zur Belichtungsmessung:

Eine Eichung der Kamera und des Belichtungsmessers ist unumgänglich. Dazu ist ein kontrastreiches Objekt
- wie z.B. in obigen Fotos - zu suchen und eine Reihe von Aufnahmen mit jeweils um 1/2 LW
(d.h. 1/2 Blendenstufe) variierter Belichtung auf Diafilm zu machen. Also z.B. 6 Aufnahmen, angefangen mit
1 1/2 Blendenstufen Unterbelichtung bis 1 1/2 Blendenstufen Überbelichtung.

Die oft empfohlenen Lichtmessung führt beim obigen Beispiel nicht zum Ziel. Stellt man sich dazu in den
Schatten auf der linken Seite, ist das Ergebnis ein überbelichtetes Bild, stellt man sich dazu in die Sonne,
ist das Ergebnis ein unterbelichtetes Bild. Hier sollte die Kamera auf den Mittelwert der LW beider Messungen
eingestellt werden. 

Eine andere Möglichkeit besteht darin, in den besonnten Bereich zu gehen, unmittelbar die weiße Wand
(hellster Bildteil) anzumessen und diesen Messwert um 2 1/2 LW zu vermindern (also mehr belichten!).
Dabei ist unterstellt, dass der Belichtungsumfang des Films 5 LW beträgt (s. dazu unter einige Mutmaßungen).
Bei niedrig-empfindlichen Diafilmen dürfte daher die notwendige Korrektur nur 2 LW oder weniger betragen.

Eine entspechende Möglichkeit besteht bei Negativ-Filmen. Im Gegensatz zum Diafilm ist hier aber der dunkelste
Bildteil, der noch Zeichnung aufweisen soll, anzumessen und dieser Messwert um 2 1/2 LW zu erhöhen (also
weniger belichten!). Mit dieser Messmethode erziele ich bei Negativfilmen beste Ergebnisse.

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Frage:
ich habe ein Belichtungsmesser Weimarlux bekommen, kenne mich aber nicht so richtig damit aus. Können Sie mir da weiterhelfen?

Antwort:
hier eine kurze Anleitung:
- Quecksilber(!)batterie einlegen (Gehäuse-Rückseite)
- Mit der inneren Plexiglasscheibe (die hat seitlich je drei Noppen) auf der blauen Skala die Filmempfindlichkeit in DIN bzw. ASA einstellen
- Gerät auf das Aufnahmeobjekt richten und die Mess-Wipptaste durchdrücken - bei viel Licht nach hinten, bei wenig Licht nach vorne
- Nach dem Loslassen der Taste bleibt der Zeiger auf dem Messwert (= oberste Skala am Gerät) stehen.
- Den abgelesenen Messwert durch Drehen der äußeren Plexiglasscheibe (die mit der Rändelung) auf der "Skala" ganz unten am Gerät gegenüber dem kleinen Dreieck einstellen
- Fertig. Auf den oberen Skalen stehen sich nun die richtigen Blenden- (untere Skala) und Zeitwerte (obere Skala) gegenüber.
Beispiel:
Messwert 15 bei 24 DIN ergibt:
Blende 0,7 - 1 - 1,4 usw.
Zeit 1/4000 - 1/2000 - 1/1000 usw.
Hinweis:
Bei Lichtmessung (dabei wird vom Aufnahmeobjekt aus zur Kamera hin gemessen) die Diffusorklappe vor die Messzelle schwenken!

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