Farbmanagement - nur wundern

Wenn Sie durch Klicken auf die Stiefmütterchen auf meiner HP hierher gelangt sind, sollten Sie wissen, dass das Blütenschwarz  in Wirklichkeit ein Ultraviolett ist ;-)

Diese Seite gibt einen Überblick über die Beiträge zum Farbmanagement auf meiner Homepage.

Etliches davon habe ich selber erfahren, denn hilfreiche und richtige Informationen auf/in deutschen Internetseiten, Newsgroups und Foren sind dünn gesät, zu oft findet sich Falsches (z.B., dass Drucker mehr Farben darstellen als Monitore) und Irreführendes und auch  manche abstruse Erklärung damit zusammemhängender Phänomäne (wie z.B. für die Anzeige übersättigter Farben auf einem Monitor) als auch esotherisch anmutendes (so z.B. behauptet ein nach eigenen Angaben "zielstrebig orientierter Diplomphysiker mit schneller Auffassungsgabe, solidem Hintergrundwissen und Teamgeist", dass Bilddateien mit eingebettetem Profil irgendwie entarten können); aber das merkt man  - wenn überhaupt - zumeist erst später. Manchmal frage ich mich, ob die Diskutanten in den Foto-NG tatsächlich wissen, worüber sie diskutieren, z.B. wenn die Behauptung, Lightroom würde Monitorprofile nicht berücksichtigen, unwidersprochen bleibt oder wenn bei Diskussionen über Farben offenbar übersehen wird, dass einige Programme bei nicht eingebetteten Farbprofilen diese aus den EXIF-Daten entnehmen können usw. usw..

Bitte mailt mir, falls ihr irgendwelche Ungereimtheiten oder falsche Darstellungen bzgl. Farbmanagement auf meiner HP findet!

Streng genommen gelten meine Ausführungen nur bezüglich meines Betriebssystems Windows XP und der von mir verwendeten Programmversionen.

Grundlagen der Digitalfotografie - wie z.B. Belichtung, Weißabgleich,  Tonwert, Gradation, Softproof, Rendering Intent usw. - werden als bekannt vorausgesetzt.

Mein ernsthafter Einstieg in dieses Gebiet begann mit dem Kauf des Datacolor Spyder3 Studio SR, das einen Sensor für die Profilierung des Druckers und einen zweiten für die  Profilierung und Kalibrierung des Monitors enthält. Und da gehts schon los:  Profilierung und Kalibrierung werden im Internet oft synonym verwendet oder verwechselt.

Wegen unbefriedigender Ergebnisse der Monitor- und Druckerfprofilierung wurden beide Sensoren von Datakolor freundlicherweise ausgetauscht. Mit dem neuen Sensor für den Monitor erhielt ich befriedigende Ergebnisse, die auch den zuvor mit dem Spyder2 gemachten entsprachen.  Aber erst später fand ich eine Möglichkeit, dies auch objektiv, und zwar messtechnisch, zu überprüfen. Dies und andere  nützliche Hinweise bezüglich
- der verschiedenen Farbräume
- dem Rendern
- dem Farbmanagement im Betriebssystem Windows
- dem Farbmanagement in Bildbearbeitungsprogrammen,
   z.B., wie PaintShopPro 5 oder PhotoImpact 6 Farben managen
- dem Farbmanagement in Browsern
- den Farbräumen von Monitoren und Druckern
- des bei der Bildbearbeitung zu bevorzugendem Farbraums
- der Prüfung der Farbwiedergabe eines Monitors
u.a. gibts unter www.peter-boesche.de/colspace.htm

Die Ergebnisse mit dem anderen ausgetauschten Sensor - dem Spectrocolorimeter für die Druckerprofilierung - waren aber nach wie vor unbefriedigend. Erst eine Analyse des erzeugten Druckerprofils zeigte, dass die darin enthaltene LUT die Ursache dafür ist. Eine orange-gelb-Schwäche meines Druckers könnte dafür ursächlich sein - aber das ist Spekulation, Datacolor hat sich hierzu nicht geäußert. Dies, weiter Details und Wissenswertes zur Druckerprofilierung und wie dabei gerendert wird, gibts hier. Dort ist auch beschrieben, wie man die Farbwiedergabe eines Druckers überprüfen kann. 

Die Profilierungssoftwaren für Drucker verschiedener Hersteller liefern verschiedene  Ergebnisse, denn Rendering Intents sind nicht genormt. Ein Test für die Prüfung von Druckerprofilen auf daraus resultierende Fehler in den LUTs  ist hier und hier beschrieben. So liefert z.B. ein mit dem X-Rite i1 Profiler erstelltes Profil für meinen Drucker weit bessere Druckergebnisse als das mit Spyder3Print erstellte, sofern gerendert werden muss.

Viele Programme kümmern sich nicht um das in des Systemsteuerung eingetragene Farbprofil des Monitors. Das kann man prüfen, indem man in der Systemsteuerung dem Monitor dieses => Falschfarbfrofil zuordnet. Falls das entsprechende Programm es beachtet, werden falsche Farben angezeigt; falls nicht, findet man in diesem Programm unter "Einstellungen" vielleicht eine Möglichkeit, dort das zu verwendende Monitorprofil vorzugeben.

Die Zusammenhänge bei Farbstichen und falschen Farben sind nicht trivial, Tipps dazu gibts hier.

Hier wird auf die Ergebnisse der Erstellung von Kameraprofilen mit Hilfe des X-RITE ColorChecker Passports eingegangen. Ich kann die zugehörigen Lobhudeleien in den Kundenrezensionen bei Amazon bzgl. "Echtfarben", "realen Farben", "Farbtreue", "Standardtool für  Farbmanagemant" usw. nicht nachvollziehen: Die Einbindung dieser Kameraprofile in Lightroom liefert deutlich übersättigte Farben und das hat nun wirklich gar nichts mit Farbmanagement zu tun.

Das Kalibrieren und Profilieren von Druckern mit dem Spyder2Plus-Plugin für Photoshop mit Hilfe eines Scanners liefert nur wenig überzeugende Ergebnisse.

Der Beitrag "Kameraprofil in RAW-Converter einbinden" ist überholt, denn der entsprechende RAW-Converter, die Profilierungssoftware (http://www.aim-dtp.net/aim/calibration/index.htm) und auch das Target sind nicht mehr erhältlich. Eine Zeit lang ging da gar nichts, aber mit Adobe Lightroom 3 (breits ab LR2 ?)  ist das wieder machbar. Hier findet ihr die Beschreibung dazu - und u.U. braucht man nicht einmal mehr eine Farbtafel! Auf alle Fälle gibts schöne und satte Farben, denn leider liefert das mit dem x-rite colorcheker Passport erzeugte Kameraprofil - wie oben dargelegt - deutlich übersättigte Farben und ist deshalb für farbtreue Reproduktionen  ungeeignet. Bitte kontaktiert mich, falls ihr noch ein weiteres Tool zur Kameraprofilierung kennt.

Die hier beschriebene Profilierung von Scannern mit der nicht mehr verfügbaren Freeware XLProfiler v.1.0 (http://www.aim-dtp.net/aim/calibration/index.htm) soll angeblich mit der Freeware LProf  (siehe dazu http://bsw-foto.de/downloads/articles/beier/GB-2014-3.pdf) wieder möglich sein; meine Tests ergaben jedoch, dass die damit generierten Profile etwas merkwürdig sind und auch nur unbefriedigende Ergebnisse liefern.



Demosaicing >< Moiree
Wenn feine Strukturen eines aufgenommenen Fotos in den Bereich des Sensorrasters kommen, entsteht zunächst Moiree und - wenn zudem die Farbinformationen der Mosaik-Farbfilter nicht mehr differenzierbar sind - Demosaicing:
Demosaicing  Foto: Canon EOS 1100D; f=50mm mit EF-S 18-135mm
RAW-Converter oben: DPP
RAW-Converter unten: LR3:



Immer wieder faszinieren mich die Farben von Blumen. Im Gegensatz zu den meisten Farben in unserer Umgebung liegen sie oft außerhalb des gebräuchlichen sRGB-Farbraums!
Deshalb hierzu ein Beispiel in ProPhotoRGB:
Blumen in ProPhotoRGB

Je größer der Farbraum des Monitors, um so mehr dieser Blütenfarben werden richtigdargestellt. Wer einen sRGB-Monitor hat, sieht demgegenüber jedoch nur die in diesen kleinen Farbraum reingequetschten Farben (und braucht sich ansonsten auch  nicht um Farbmanagement zu kümmern). Da derzeit kein verfügbarer Wide -Gamut-Monitor den ProPhoto-Farbraum vollständig darstellen kann, müssen die Farben auch dabei teilweise in diesen (kleineren) Farbraum gerendert werden, die auftretenden Farbverfälschungen sind aber deutlich kleiner.Unabdingbar ist dazu ein durchgängiges und funktionierendes Farbmanagement!

Dier Farbräume von Druckern sind noch kleiner als die von Monitoren. Wie die Farben dieser Stiefmütterchen in den Farbraum meines Druckers (der leider eine gewisse Schwäche bei Orange hat) gerendert (verschoben) werden, zeigt dieses Bild:

Rendering Intent absolut

Der Rendering Intent ist hier absolut colormetrisch, wobei die Farben, die innerhalb des Druckerfarbraums (= Gitter) liegen, nicht verschoben werden (die kleinen Quadrate). Die Länge und Farbe der Strahlen hingegen zeigt, wohin die außerhalb des Druckerfarbraums liegenden Farben gerendert (verschoben) werden. Besonders auffällig: Die Farbdifferenzierung beim Gelb der Hornveilchen geht weitgehend verloren - ähnlich wie bei diesem Beispiel die Differenzierung beim Rot der Petinien.