Gammelfleisch

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
1. Die Ware stinkt zum Himmel
2. Geschmack und Geruch signalisieren, dass vergammeltes Fleisch (mit-)verarbeitet wurde,

aber egal was ist, Geschäft bzw. Metzger sind unschuldig, der Fehler liegt stets bei Dir! Deswegen gibt es keinen Ersatz und auch kein Geld zurück. Hier einige Beispiele von Antworten. die ich erhalten habe, wenn ich Fleisch- bzw. Wurstwaren nach sensorischem Urteil (Geruch, Geschmack) in das Geschäft zurückbrachte:

zu 1.)
- "Sie haben vergessen, die Ware in den Kühlschrank zu tun."
- "Sie müssen die Ware auspacken und in einer Aufschnittschale im Kühlschrank lagern"
- "Sie haben die Ware bei diesen hohen Außentemperaturen im Auto vergessen."
- "Das ist nicht die Ware, die Sie heute hier gekauft haben."

Zu 2.)
- "Die Ware riecht frisch, der Geschmack ist einwandfrei!"
- ggf. wird noch eine zweite Person befragt, die diese Aussage dann bestätigt.

Bei Schweine- und Rindfleisch kann man mit Spezial-Indikatorpapier den pH-Wert messen, er sollte < 6 sein. Aber auch das ist manipulierbar: Mit Essig, Kaliumpermanganat, "Schutzatmosphäre" u.a. lassen Sich z. B. pH-Wert, Keimzahl, Geruch  und Aussehen manipulieren. Ich bin sicher, dass es in diesem Bereich noch jede Menge anderer Manipulationsmöglichkeiten gibt. Wenn Gammelfleich in Wurst mitverarbeitet wurde, sind die Keime z.B. durch Kochen oder andere Maßnahmen abgetötet worden, so dass sie mit gängigen Verfahren nicht mehr nachweisbar sind. Noch fehlen Methoden, Gammelfleisch  bzw. Geruch und Geschmack objektiv zu identifizieren bzw. zu "messen":




Hier  habe ich Ihnen eine Schmeißfliege mitgebracht, die kennt sich mit Gammelfleisch weit besser aus als das Veterinärsamt. Darf ich die jetzt freilassen?

s. auch www.swr.de/report/archiv/sendungen/060116/01/06011601.rtf

Nachtrag Sept. 2007
Auch sog. Spezialisten verwenden im Zusammenhang mit dem neuesten Gammelfleischskandalen die Begriffe "Gammelfleisch" und "Schlachtabfälle" undifferenziert - als ob es sich um das Gleiche handeln würde. Aber vieles, was heute als Schlachtabfall zählt, wurde früher gegessen, z.B. Pansen, Schweinepfötchen und -ohren, Gänsebeine u.s.w. .  Wenn jemand im Gegensatz dazu jedoch z.B. eine Putenkeule, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist, umettiketiert und mit neuem Haltbarkeitsdatum in den Verkehr bringt, dann handelt es sich um Gammelfleisch und nicht um Schlachtabfälle!  Mit der vorgeschlagene Einfärbung von Schlachtabfällen - auch europaweit - können daher auch künftig Gammelfleischskandale nicht verhindert werden. Wie so oft wird hier wieder einmal ein Problem (scheinbar) dadurch gelöst, dass man einen Teilaspekt zum eigentlichen Problem erhebt und hierfür eine Regelung bringt. Absicht???

Zurück zur Homepage