Wundertrunk Kefir?

Vor mehr als 30 Jahren erhielt ich eine Kefir-Knolle, die sich mit jedem Ansatz fortpflanzte und vermehrte. Kefir ist angeblich das Getränk der 100jährigen und soll aus dem Kaukasus stammen, wo er jedoch mit Stutenmilch angesetzt wird. Ich mochte den säuerlichen Geschmack des Getränks, konnte ansonsten aber keinerlei positive Wirkung auf meine Gesundheit und mein Wohlbefinden beobachten. Irgendwann jedoch stellte ich die weitere Vermehrung der Knollen ein und fror die restlichen ein (Tiefkühltruhe).

Mit dem Alter wuchs dann die Erkenntnis, dass Ernährung eine ausschlaggebende Rolle für Gesundheit und Wohlbefinden spielt. Wenn ich Fleisch esse, hoffe ich, dass das Tier einigermaßen artgerecht aufgezogen und gehalten wurde. Aber wenn ich den Geschmack eines Schweinenackensteaks aus den Supermarkt mit dem 3mal so teueren vom Fleischer vergleiche, kann ich keinen Unterschied feststellen - und da hilft es wenig, wenn der Fleischer den Bauern kennt, der das Schwein aufgezogen hat. Das angeblich gesündere Geflügelfleisch meide ich angesichts der oft im Fernsehen gezeigten Aufzuchstverhältnisse, die anscheinend allgegenwärtig sind, weitestgehend.

Ich kaufe allerdings Bio-Milch, weil da m.E. sichergestellt ist, dass die Kühe annähernd artgerecht gehalten werden sowie Bio-Eier, die von Hühnern gelegt werden, die in einem fahrbaren Hühnerstall legen, den ich sehen kann, wenn ich die Eier kaufe. Zudem ist m.E. Wildlachs empfehlenswert, da er aus frei lebenden Beständen kommt.

Auf der Suche nach weiteren naturnah erzeugten Lebensmitteln erinnerte ich mich wieder an die Kefir-Knollen und besorgte mir 4g davon über Ebay. Nach der Wiederentdeckung der eingefrorenen Knollen in der Tiefkühltruhe arbeiteten auch diese nun nach einigen Ansätzen wieder wie ehedem.

Und nun zu den Wirkungen auf meine Gesundheit. Diese Wirkungen korrelieren lediglich mit dem Beginn meines wieder begonnenen Kefirkonsums und sind deshalb auch kein Bewies der Wirksamkeit:
- Der Insulinbedarf ist um mehr als 1/3 geringer
- Der Blutdruck ist niedriger (keine früher praktizierte sporadische Einnahme von Ramipril bei >160mmHg mehr nötig)
- Der Stuhl ist weicher
- und ich bilde mir ein, dass mir das Abnehmen nun leichter gelingt.

Ich glaube, dass dies Wirkungen des Kefirkonsums auf mein Mikrobiom sind.

Kefirknollen für 500ml Milch


Ein Zusammenhang mit den o.a. Bioprodukten (Milch, Eier und Wildlachs), die ich bereits länger (>6 Monate) konsumiere,  ist nicht auszuschließen, auch wenn der - mich sogar etwas erschreckende - Insulinminderbedarf erst mit dem Trinken des Kefirs begann. Mal schauen, ob das so bleibt...

Ende Juni 2015

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Tja, nun ist mein Insulinbedarf nahezu wieder auf dem Stand wie zuvor. Zwar ist er zunächst noch weiter auf erstaunliche1/3 abgesunken, aber nach zwei Tagen dann doch wieder fast auf den alten Wert hochgeschnellt. Ich vermute, dass das daran liegt, dass ein Teil der Laktose in Milchsäure umgewandelt wird und daher nicht mehr als Kohlenhydrat zählt.

Geblieben ist allein der etwas weichere Stuhl, der zweimal sogar ziemlich flüssig ausfiel. Auch der Blutdruckwert scheint sich leicht verbessert zu haben: In den sechs Wochen lag er nur ein einmal über 160mmHg.

Mitte August 2015