Kurzinfo:
* Laden und Schnellladen von Ni-Akkus
* Ladegeräte/-möglichkeiten
modifiziert im Juli 2011

Ein Gedicht:
Ach was kann man doch so vielen
Unsinn über Akkus lesen.
Jeder preist da sein Verfahren -
brät es Akkus selbst seit Jahren.
Mancher weiß stets alles besser
und kämpft  dafür bis aufs Messer.


Die wichtigste Eigenschaft eines guten Ni-Akkuladers ist die rechtzeitige Beendigung der Ladung bei vollem Akku, so dass dieser nicht überladen wird und seine Temperatur 40°C (bei Ladeströmen <=2,5C) keinesfalls übersteigt. 1)

Anderen Features von Ladegeräten - mit Ausnahme der Kapazitätsanzeige für ent- und eingeladene Kapazität in Ah bzw. mAh - wie z.B. Recycle, Akku-Training, Refresh, Erhaltungsladung, Analyse, ...  sind kaum hilfreich.

Der Ah-Wirkungsgrad guter Ni-Ladegeräte liegt bei >95% - intakte Akkus und Entladeströme <= 1C vorausgesetzt. Geringere Wirkungsgrade sind ein Hinweis darauf, dass der Akku geschädigt ist oder/und das Ladegerät überlädt.

Höhere Ladeströme (bis ca. 5C) sind auf Kosten der Akkulebensdauer (abnehmende Kapazität) akzeptabel, soweit die Zellentemperatur dabei 60°C nicht wesentlich überschreitet. 2)

Noch höhere Ladeströme sind möglich. So sind z.B. für einmalige (z.B. militärische) Anwendung Ladeströme >100C durchaus gebräuchlich. Voraussetzung ist dabei, dass der Akku bei Ladebeginn leer ist und eine zeitgesteuerte Abschaltung der Ladung bei einer eingeladenen Kapazität von maximal 2/3 der bei diesem Strom applizipierbaren Kapazität bis zum Öffnen des Sicherheitsventils erfolgt. Die eingeladene Kapazität kann dabei bis zu 70% betragen. Mit der Einführung von Akkus mit niedriger Selbstentladung verlieren solche Ladeverfahren an Bedeutung.

Ich selbst favorisiere das CCS-Ladeverfahren, siehe hier.
Nach knapp 7 Jahren und ca. 300 Zyklen lassen sich meine ersten Eneloops (aus 2006) mit CCS nicht mehr vernünftig laden, denn bei Anschaltung leeren Akkus signalisiert CCS  nach wenigen Minuten bereits: "Akku geladen".

Eine entsprechender selbsgebauter Lader für Ladeströme von 2A und 4A ist hier beschrieben.


1)
Ob ein Ni-Lader die Ladung bei vollem Akku rechtzeitige beendet, lässt sich wie folgt testen:
Wird eine frisch geladene Zelle nach der Abkühlung erneut in den Charger eingelegt, sollte die Ladung spätestens nach 0,15C beendet sein,

Zum Beispiel beendete mein CCS-Lader bei einem Ladestrom von 2A die Ladung
* zweier voller Eneloop AAA (800mAh) nach 2,4min ~ 0,1C
* zweier voller NoName AAA (500mAh) nach  2,3min ~ 0,15C
* zweier voller Eneloop AA (2000mAh) nach 3,0min ~ 0,05C
Diese Werte liegen typisch um 0,07C, sind aber bei Ladeströmen > 1C zumeist
geringfügig höher.

Die Akkus wurden dabei kaum handwarm.


2)
Die testweise Ladung zweier leerer "eneloop AAA" mit meinem CCS-Lader und 4A war nach 12 Minuten beendet. Die Temperatur der Zellen erreichte schätzungsweise 50°C. Die eingeladene Kapazität von 800mAh entspricht exakt der Nennkapazität. Aus Erfahrung weiß ich, dass mehrfaches Laden von NiMH-Zellen mit so hohen Strömen dazu führt, dass der CCS-Lader die Ladung von Mal zu Mal früher beendet und die Akkus immer weniger (z.B. nur noch zu 30%) aufgeladen werden. Wenn man die Zellen danach allerdings mehrmals wieder mit 0,1C lädt, ereichen sie wieder annähernd die Nennkapazität.


Hinweise:

Einige "intelligente" Ladegeräte erkennen völlig leere Akkus (z.B. nach längerer Liegezeit) nicht und/oder brechen die Ladung zu früh ab. In diesen Fällen kann man versuchen, die Zellen mit einem Billiglader (d.h. mit Ladeströmen < 0,3C) "wiederzuerwecken".

Selten lassen sich schwächelnde Akkus durch mehrfaches Laden (mit Strömen <1C)  und Entladen wieder etwas aufpäppeln.

Ob ein Akku voll geladen ist,  kann man nur mit der unter obiger Fußnote 1) beschriebenen Verfahren ermitteln. Ansonsten existiert keine Möglichkeit, den Ladezustand eines Akkus durch Spannungsmessung, Messung des Innenwidertstandes oder sonstwie festzustellen.

Reparatur eines Akkupacks siehe hier.