NiMH-Akkus und CCS-Ladeverfahren

NiMH-Akkus, 9V 250mAh

Lade-/Entladezyklen mit 250/100mA

Camelion, 4,99 Euro (bei ebay)
1. 190 mAh
2. 242 mAh

Conrad, 9,95 Euro
1. 117 mAh
2. 133 mAh
3. 158 mAh

Geladen wurden die Akkus mit 250mA nach dem CCS-Ladeverfahren (dazu weiter unten mehr). Enladen wurden sie mit konstantem Strom von 100mA mit Abschaltung bei 75% der Zellenspannung zu Beginn der Entladung. Angegeben ist jeweils der Wert für die Ladekapazität, da die Werte für Ladung und Entladung sich nach meiner Beobachtung nur um +-5% unterscheiden - ein Zeichen dafür, dass das CCS-Ladeverfahren (wie in den Datenblättern angegeben) die Akkus tatsächlich recht genau auf 100% aufläd und nicht überläd.

Selbst nach dem 3. Lade-/Entladezyklus hatte der Conrad-Akku noch deutlich geringere Kapazität.

Nachtrag Januar 2007
nach ca. 1 1/2 Jahren und geschätzten weiteren 30 Ladezyklen unter gleichen Bedingungen:

Camelion: 265mAh
Conrad: 175mAh

M.E. ist es nicht möglich, dass der Conrad-Akku tatsächlich seine Nennkapazität erreicht, auch wenn er entsprechend Aufdruck 12-15 Stunden mit 25mA geladen würde. Doch das werde ich nicht testen, denn mein Vertrauen zum CCS-Verfahren wurde auch durch vorstehendes Ergebnisse (>30 Ladezyklen und kein Nachlassen der Kapazität) weiter betätigt. Für die o.a. (leeren) Batterien ergeben sich Ladezeiten von ca. 64 bzw. 42 Minuten. Bei 14-stündiger Normalladung  wäre der Conrad-Akku  sicher überladen und - wenn auch nur geringfügig - geschädigt worden. Dafür spricht auch Folgendes:

Bei Conrad hatte ich auch 4 NiMH-Akkus der Größe D (Mono) bestellt, ange-
geben war die Kapazität mit 5Ah, gemäß Aufdruck sollten sie aber 8000mAh haben. Diese
schnelladefähigen Zellen habe ich mit 3A geladen und musste nach 90 Minuten feststellen,
dass die Zellen schon heiß waren, die heißeste hatte 40°C, die anderen wenig darunter. Das
ist ein Zeichen dafür, dass die Zellen schon überladen waren. Nach Abkühlung wurden
die Zellen mit 2,5A entladen. Es ergab sich eine entnehmbare Kapazität von 3,68Ah.

Danach wurden die Zellen mit dem CCS-Gerät und 1A (leider gibt das nicht mehr her) ge-
laden. Die Ladekapazität betrug 4,72Ah.

Wenn man diese Zellen entsprechend Aufdruck 12-15 Stunden mit 800 mA geladen hätte,
wären sie sicher überladen und geschädigt worden. Dafür spricht sowohl die Erhitzung nach
der o.a. geladenen Kapazität von 1,5h * 3A = 4,5Ah als auch die etwa entsprechende Be-
endigung des Ladens durch das CCS-Gerät bei 4,72Ah.


Nachtrag Sept. 2010

Drei dieser 4 Zellen von Conrad sind bereits entsorgt. Die verbliebene hat noch eine Entladekapazität von 3,60Ah, zieht aber 5,07Ah bei Ladung mit dem CCS-Lader. Somit benötigt diese Zelle bei der Ladung also ca. das 1,4-fache ihrer Kapazität! O.a. Beobachtung, dass sich die Werte für Ladung und Entladung  nur um +-5% unterscheiden, trifft also für diese - offenbar geschädigte - Zelle nicht zu. 

Um sicher zu sein, keine Messfehler gemacht zu haben, wurden zwei neue und frisch geladene eneloop AA unter genau den gleichen Bedingungen getestet. Ergebnisse:
Entladekapazität 1,83Ah und danach geladene Kapazität 1,90Ah und
Entladekapazität 1,85Ah und danach geladene Kapazität 1,86Ah.

Bei zwei älteren Zellen der Größe D von Panasonic mit 4400mAh Nennkapazität konnte ich hingegen ebenfalls einen schlechteren Ladewirkungsgrad beobachten:
Entladekapazität 3,21Ah und danach geladene Kapazität 3,56Ah (die zwei Zellen wurden gemeinsam geladen).


Das CCS-Ladeverfahren

Hier also meine Brettschaltung des CCS-Ladegerätes. Es basiert auf dem CCS-Lademodul, der bei Conrad für ca.50,- Euro erhältlich ist. Infos gibt es bei http://www.bticcs.com.

Geladen wird gerade einer meiner beiden uralten 9V-Blockakkus (90 mAh, mehr als 30 Jahre alt!). Ich hatte Bedenken, diese "Schätzchen" dem Stress einer Schnelladung mit 80mA auszusetzen, zumal das CCS-Ladegerät zuvor bei vier meiner inzwischen vierzehn 9V-Blockakkus bei diesem Ladestrom einen Fehler "Akku defekt" gemeldet hatte. Aber beide Uralt-Akkus haben die Prozedur gut (d.h. ohne merkliche Erwärmung) überstanden, das CCS-Gerät meldete "Akku voll". Allerdings betrug die eingeladene Kapazität nur knapp 20% der ursprünglichen 90mAh.

Die beobachtete Ladekapazität von älteren Akkus ist gut reproduzierbar, es zeigten sich Unterschiede von <4%. Bei neuen Akkus steigt die Ladekapazität bei den ersten Zyklen noch mehr oder weniger an.

Im übrigen hat das Gerät keinen einzigen Akku beim Laden gehimmelt. Die maximale beobachtete Erwärmung eines Akkus betrug 39°C, es handelte sich dabei um vier Rundzellen, ausgebaut aus einem defekten 9V-Block mit 140mAh (FIFF von Aldi), die mit 0,5A (!) geladen wurden. Nach der "Akku voll"-Meldung und Abkühlung ergab sich bei Entladung mit 100mA eine Kapazität von 130 mAh.

Eine Macke hat mein CCS-Ladegerät: Wenn höhere Akkuspannungen bzw. kleinere Ladeströme eingestellt werden, wird das An- und Abklemmen der Akkus nicht erkannt. Ich habe bei o.a. 9V-Blocks das Gerät daher jeweils kurz vor dem Anklemmen des Akkus einschaltet. Das Ende des Ladevorgangs ist aber eindeutig erkennbar: Die Ladelampe erlischt (Akku voll) bzw. blinkt (Akku defekt) und der Buzzer hört auf zu ticken.

29.04.2005

Nachtrag 23.07.2005

Die o.a. 4 NiMH-Akkus der Größe D (Mono) von Conrad hatten nach 2 bis 5 individuellen Ladezyklen Ladeapazitäten zwischen 6,3Ah und 8,0Ah. erreicht. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Zellen sind geringer geworden als bei der Erstladung. Bei Schnellladegeräten mit Delta-Peak-Abschaltung können diese Unterschiede aber für die schwächste (d.h. kapazitätsärmste) Zelle zerstörerisch sein, falls mehrere Zellen in Reihenschaltung geladen werden:

Die Prozentzahlen beziehen sich auf die geladene Kapazität der schwächeren (magenta Kurve) von zwei Zellen, die hier nur 80% der besseren  (blaue Kurve) hat. Die gelbe Summenkurve zeigt die Summenspannung/2 beider Zellen. Delta-Peak-Ladegeräte beenden die Ladung kurz nach Abfall der Summenspannung, hier wäre der schwächere Akku bereits mit ca .160% seine Kapazität geladen - also deutlich überladen und geschädigt.

Beim z.T. üblichen Entladen vor dem Laden der Batterien , die aus in Reihe  geschalteten Zellen bestehen, besteht die Gefahr, dass die schwächste Zelle umgepolt und wiederum geschädigt wird. Besser ist es m.E. deshalb, nach der Schnellladephase eine Nivellierungsphase anschließen, bei der mit geringem Strom (z.B. C/30) noch mehrere Stunden nachgeladen wird. Dadurch liegen die Peeks aller  Zellen beim nächsten Laden dann zeilich besser beieinander. Noch besser ist es - sofern möglich, - zunächst auch diese Zellen einzelnd zu laden.

So eine Nivellierungsphase solltem.E. bei neuen Akkupacks 2 bis 3mal angewandt werden (einigermaßen gleiche Kapazitäten der neuen Akkus vorausgesetzt, was aber offenbar bei den oben genannten 4 NiMH-Akkus der Größe D nicht der Fall war!). Später genügt es, schätzungsweise so eine Phase jeweils nach 8 bis 12 Wochen einzufügen. Alternativ kämen auch Normalladungen mit C/10 und 14 Stunden in Betracht, allerdings habe ich mit diesem Ladeverfahren bei 9V-Blockakkus schon etliche Ausfälle erlebt, s. hier. Vermutlich trat hierbei schon - wie eingangs beschreiben - eine Schädigung einzelner Zellen durch Überladung bereits bei der ersten Ladung auf; ich dieses Verfahren nicht empfehlen.

Nachtrag 09.11.2005

Zwischenzeitlich habe ich ein weiteres Akku-Ladegerät mit CCS-Lademodul gebaut, das mit höheren Strömen lädt. Nunmehr lade ich alle meine NiCd- und NiMH-Akkus mit diesem Gerät, und zwar Zellen der Größe AAA (Micro) mit 2A und der Größe AA (Mignon) und größere mit 4A*). Bisher gab es dabei keine Probleme. Natürlich erwärmen sich die Zellen - bedingt durch die Verlustleistung am inneren Widerstand (P=I*I*Ri) - dabei stärker als beim Laden mit geringeren Strömen, aber bisher blieb die Temperatur zumeist unter 40°C.  Auch müssen dabei die Zellen bei Beginn der Ladung kalt (Raumtemperatur) sein. Es zeigt sich, dass der maximal applizierbare Ladestrom durch den inneren Widerstand der Zellen begrenzt wird:  Der Ladestrom sollte so gewählt werden, dass die Temperatur der Zellen 45°C - wie in den Applikationen einiger Hersteller genannt -  keinesfalls überschreitet!

Z.T. ließen sich sogar einige meiner Zellen mit höherem Storm sauber laden, die beim Laden mit geringerem Strom Fehlermeldungen brachten. Beim Laden von Akku-Packs sollte aber u.a. Nachtrag vom 23.07.2005 Beitrag berücksichtigt werden.

*) Ich bin von diesem Ultraschnelladen wieder abgekommen: Je öfter man es bei einer Zelle anwendet, desto früher beendet das CCS-Ladegerät das Laden und meldet "Zelle voll". Es scheint so, als ob die Akkuzellen ein Gedächtnis hätten: Nach einigen Lade- Entlade-Zyklen beträgt die eingeladene Kapazität nur noch <30% der Nennkapazität! NiMH-Zellen sind in dieser Beziehung empfindlicher als NiCd-Zellen. Dieser Effekt ist jedoch reversibel: Beim Laden mit geringeren Strömen steigt die eingeladene Kapazität wieder an. Ich schätze, dass dieser Gedächtnis-Effekt bei Ladeströmen > 1,5C/h auftritt.


Nachtrag März 2006

Nach etlichen erfolgreichen Ladungen zweier NiCd-
Knopfzellen  (45mAh) mit 80mA (aus einem digitalen
Voltmeter) mit dem CCS-Lader ist festzuhalten, dass
dieses Ladeverfahren auch hierbei funktioniert! Ein
 Nachlassen der Kapazität ist nicht festzustellen! Die
Ladezeit beträgt ca. 30 Minuten, geladen wird also mit
2C! Das ist ein Beweis für die absolute Überlegenheit
dieses Ladeverfahrens; eine so schnelle Ladung von
Knopfzellen ist mit keinem anderen Verfahren auch
nur annähernd erreichbar.


Ergänzung 03.04.07

Plötzlich ist ein Akku 18V, 1,5Ah da und will auch geladen werden. Was tun? O.a. CCS-Lader kann maximal 10 Zellen à 1,2V, also nur Akkus bis 12V laden.

Hier meine Lösung:


Und es funktioniert! Wichtig ist, dass das Netzgerät einen potentialfreien Ausgang hat, also keine Verbindung der Ausgangsklemmen zum Schutzleiter o.ä..

Nachtrag Dezember 2007

Ach was kann man doch von dem bösen
CCS-Verfahren alles hören und auch lesen -
doch wer das nicht richtig bedienen kann,
ist für mich kein glaubwürdiger Mann!

Einer hat in seiner Diplomarbeit gemessen und dabei festgestellt, dass CCS nach dem dU-Prinzip arbeitet.
Ein anderer ist überzeugt, dass das Verfahren Schrott ist, weil es eine Batterie mit unterschiedlich geladenen Zellen
nicht richtig auflädt.

Ich lasse das hier mal unkommentiert und zeige dazu nur drei Ladekurven. (Die Stufigkeit der Kurven rührt von der 8-Bit-A/D-Wandlung.) Geladen wurden drei identisch teilentladene Zellen von 2Ah mit 2A.


Y-Achse: Spannung in mV
X-Achse: Zeit in 10sec-Intervallen

Die Zellenzahl war auf "3" anstelle von "1" gestellt.
Die Ladung endete mit einer Fehlermeldung.
Bei dU wäre die Ladung nach 990sec beendet.
Y-Achse: Spannung in mV
X-Achse: Zeit in 10sec-Intervallen

Hier war die Zellenzahl richtig auf "1" gestellt.
Die Ladung wurde nach 810sec normal beendet.
Y-Achse: Spannung in mV
X-Achse: Zeit in 10sec-Intervallen

Hier war die Zellenzahl richtig auf "1" gestellt.
Die Ladung wurde nach 810sec normal beendet.

Nachtrag 2013

Nach knapp 7 Jahren und ca. 200 Zyklen lassen sich meine ersten Eneloops  Size AA mit CCS nicht mehr laden, denn bei Anschaltung der leeren Akkus signalisiert CCS  nach wenigen Minuten bereits  "Akku geladen" und schaltet ab; d.t. falls man danach den Ladevorgang erneut startet.

Die Zellen waren seit 2006 in einem Scanner eingesetzt. Sobald der Scanner anfing zu "blubbern", wurden sie neu aufgeladen.

Die Kapazität ist um >20% zurückgegangen, Rii (s. unten) ist deutlich erhöht: Beim Laden der leeren Akkus mit 4C zeigt sich bereits nach dem 2ten Neustart eine Erwärmung,  die so normalerweise erst nach vollständiger Aufladung zu beobachten war.

Die Zellen lassen sich jedoch problemlos mit einem DeltaU-Lader laden.

Nebenwirkungen und Risiken des CCS-Ladeverfahrens

Neben dem schon erwähnten merkwürdigen Gedächtniseffekt:

- Nach einigen sehr schnellen Lade- Entlade-Zyklen beträgt die eingeladene Kapazität nur noch <30% der Nennkapazität! NiMH-Zellen sind in dieser Beziehung deutlich empfindlicher als NiCd-Zellen. Dieser Effekt ist jedoch reversibel: Beim Laden mit geringeren Strömen steigt die eingeladene Kapazität wieder an. Ich schätze, dass dieser Gedächtnis-Effekt bei Ladeströmen  > 1,5C/h auftritt.

- ist noch anzumerken, dass eine Tiefentladung bei vorher mit dem CCS-Verfahren schnell geladenen Zellen - auch bei Liegenlassen durch Selbstentladung - möglicherweise zu Totalausfall der Zellen führen kann. Beobachtet habe ich das bei zwei 9V-Blöcken. Der eine lag ca. 5 Monate nur rum, der andere war währenddessen in einem Messgerät eingesetzt; zum Zeitpunkt, als letzteres dann LOW BAT zeigte, waren beide hin. *)

- außerdem hat mein "Akkutrainer AT3" (Voltkraft von Conrad) zwei von ca. 30 vorher mehrfach nach dem CCS-Verfahren geladenen Zellen  mit >200% überladen, also das Voll-Kriterium bei diesen Zellen nicht erkannt. Das Gerät zeigt die eingeladene Kapazität allerding nur in Prozent. Die Anzeige nach der Ladung von vier dieser Zellen sah dann etwa so aus: 27%, 26% 100%, 27%. Hier  verschleiert der "Akkutrainer AT3" offenbar diesen Mangel: Eine ehrliche Anzeige müsste m.E. etwa so aussehen:  104%, 100%, 385%, 104% *)

- kann es passieren, dass bei tief entladenen Zellen (z.B. durch Selbstentladung, falls Zellen etliche Monate gelegen haben) bereits nach kurzer Ladezeit "Akku voll" signalisiert wird. In diesen Fällen einfach das Laden erneut starten.

*) allerdings ist die Zahl der von mir beobachteten Fälle zu gering, um definitiv einen Zusammenhang mit dem CCS-Verfahren zu prognostizieren.

Allgemein kann man sagen, dass das CCS-Ladeverfahren im Gegensatz zu anderen Ladeverfahren eher dazu neigt, die Ladung zu früh abzubrechen; dadurch wird eine Überladung sicher vermieden und auch prinzipiell nicht schnellladefähige Zellen (z.B. Knopfzellen) können schnell geladen werden.


Nachtrag im September 2009
Geheimnisvolles Wunderladeverfahren?

Seit Jahren beobachte ich in Foren und Newsgroups die Szene rund um das CCS-Ladeverfahren - und enthalte mich inzwischen jeglicher Teilnahme an den Diskussionen. Manche Menschen haben einen Horizont mit einem geringen Durchmesser - und das ist dann Ihr Standpunkt. Fast immer leiten sie die Untauglichkeit  (bzgl. der in den Beschreibungen von BTI genannten Eigenschaften) aus Bezweifeln dieser Eigenschaften oder aus den dort veröffentlichen Beschaltungen des Lade-ICs ab. So stellen manche z.B. an Hand des Schaltbildes fest, dass es sich um eines der üblichen Ladeverfahren (z.B. Impulsladeverfahren) handelt; s. hierzu auch oben unter: Nachtrag Dezember 2007. Ich habe niemanden gefunden, der seine negative Einstellung gegenüber diesem Verfahren durch eigene praktische Erfahrung belegen konnte. Meine diesbezüglichen Nachfragen blieben entweder unbeantwortet oder man empfahl mir,  dazu doch gefälligst selber im Internet zu recherchieren.

Dieses Verfahren wird anscheinend abgelehnt, weil es patentiert und (angeblich) von Geheimniskrämerei umwittert ist. Für mich ist jedoch entscheidend, dass ich sogar Knopfzellen nach diesem Verfahren mit 2C nunmehr jahrelang problemlos laden konnte (s. hierzu oben), Zellen also, die grundsätzlich nicht für Schnellladeverfahren geeignet sind  und die baugleich sind mit jenen, die bei der zuvor von mir praktizierten Normalladung  (14h mit C/10)  >70% ihrer Kapzität innerhalb von 3 Jahren verloren hatten. Wer so etwas selber erfahren hat, dürfte m.E. keinerlei Zweifel mehr an der Überlegenheit dieses Verfahrens haben. Hierzu gehört auch meine Erfahrung mit der Ladung vorher vollgeladener Zellen der Größe AAA  mit einem Ladestrom von 2A: Der CCS-Lader beendet solche Nachladungen nach ca. 2.5min.

Und was hat es mit der ständig behaupteten Geheimniskrämerei um dieses Ladeverfahren auf sich? Ich sehe da kaum geheimnisvolles: Auf Seite 3 der Beschreibung des Verfahrens erläutert BTI, dass bei diesem Verfahren während des Ladeprozesses die "Innere Impedanz" ermittelt und ausgewertet wird. Was das ist und wie sich dieses Rii während des Ladevorgangs verhält, ist dort aus den Abb.2 und 3 ersichtlich. Es fehlt lediglich die Erläuterung, wie diese Auswertung gemacht wird. Wenn man jedoch den Spannungsverlauf am Akku während des Ladens oszillographiert, sieht man sofort: Der Ladestrom wird zyklisch kurzzeitig (das liefert den Wert Rvi) und nach etlichen Zyklen etwas länger (das liefert den Wert Rvi + Rii) unterbrochen.



Ergänzung hierzu im Oktober 2009

Mit einem digitalen Speicheroszilloskop kann man die vorstehend genannten Unterbrechungen des Ladestroms an Hand der oszillographierten Akkuspannung darstellen:


Diese Abbildung zeigt eine lange und zwei kurzzeitige Unterbrechungen des Ladestroms zu Beginn der Ladung.


Kurzzeitige Unterbrechung des Ladestroms (der Sägezähne stammt vom Step-Down-Regler, der Teilerfaktor war versehentlich auf 1:10 gestellt).


Diese Abbildung zeigt eine lange Unterbrechungen kurz vor Ende der Ladung, Rii ist jetzt deutlich angestiegen.

Bewertung und Anmerkungen zum CCS-Ladeverfahren

Obige Screenshots des Speicheroszilloskops zeigen eindeutig, dass das Ladeende (Akku voll) beim CCS-Ladeverfahren an Hand eines sehr deutlichen Anstiegs von Rii sicher erkannt werden kann - im Gegensatz zum dU-Verfahren, bei dem ein Absingen der Akkuspannung im Promillebereich (10-3) erkannt werden muss. Zudem wird dU bei fließendem Ladestrom ermittelt, was angesichts der im Milliohm-Bereich sich ändernden Kontaktübergangswiderstände der Akkuhalterung (z.B. auf Grund der zunehmenden Erwärmung des Akkus während der Ladung) problematisch ist.

Ein weiterer, m.E. bisher irgends genannter Vorteil des CCS-Ladeverfahrens ist, dass Rvi und Rii aus der Klemmenspannung des Akkus während der Unterbrechung des Ladestroms ermittelt werden und daher die im Milliohm-Bereich schwankenden Kontaktübergangswiderstände der Akkuhalterung keinerlei Rolle spielen.

Ein Digitalmultimeter mit 5-stelliger Anzeige zeigt, dass die Akkuspannung bei fließendem Ladestrom auch beim CCS-Ladeverfahren unmittelbar vor dem Beenden der Ladung geringfügig absinkt: Ich habe Werte im einstelligen 10-4-Bereich beobachtet.

Man kann fast die Uhr danach stellen
Bei den vier qualitativ sehr hoch einzustufenden Akkuzellen eneloop AA (2Ah), die seit ca. 3 Jahren in meinem Handscanner eingesetzt sind, beträgt die Ladedauer stets 59 bis 61 Minuten. Der Scanner beginnt zu blubbern, sobald eine Zelle schwach wird und dann werden alle vier Zellen nach dem CCS-Verfahren mit 2A geladen - im Mittel etwa alle 3 Wochen.

Wechselspannung am Akku beim Versuch, einen vollen Akku nochmal zu laden

CCS-Ladeverfahren, Ladeende


Reparatur eines Akkupacks

Reparatur eunes Akkupacks

Manchmal bekommen einzelne Zellen innerhalb eines Akku einen internen Kurzschluss. Das ist dann daran zu erkennen, dass die Nennspannug des Akkupacks nicht mehr erreicht wird. In der Mitte des Bildes ist ein Akkupack zu sehen, bei dem die mit den roten Kreuzen gekennzeichneten Zellen interne Kurzschlüsse hatten.

Diese Kürzschlüsse wurden zunächt mit einem hohen Strom "weggebrannt", indem jede der defekten Zellen über kurze Drähte direkt mit den in Reihe geschalteten 4 Zellen der Akkuhalterung (links im Bild), und (zwar + an +  und - an -) kurzzeitig (< 1sec) verbunden wurde. Danach habe ich kontrolliert, ob die Zellen wieder ihre Nennspannung brachten, andernfalls wurde diese Prozedur wiederholt. Dabei habe ich darauf geachtet, nicht zu dünne Drähte verwendet werden, weil diese sonst wegschmelzen würden.

Dieses Verfahren ist ausschließlich für Ni-Akkus geeignet! Sie können es nur auf eigene Gefahr anwenden, ich übernehme keinerlei Verantwortung, wenn Sie es verwenden! So besteht z.B. die Gefahr, dass der bzw.die Akkus explodieren.

Nach dieser Prozedur können die Zellen dann normal geladen werden. Im obigen Bild werden sie gerade separat mit meinem selbstgebauten CCS-Ladegerät geladen. Es kann passieren, dass"intelligente" Ladegeräte die Ladung (der ja sicher ganz entleerten Zellen) nach kurzer Zeit abbrechen. In diesen Fällen muss die Ladung mit einem Billigladegerät und Strömen <0,3C mit einer Ladezeit entsprechend der Zellenkapazität erfolgen.

Erfahrungsgemäß dauert die Freude über das so reparierte Akkupack aber nicht lange. Nach einigen Wochen oder Monaten erwischt es eine andere oder auch  eine der reparierten Zellen erneut: Kurzschluss!


Zurück zur Homepage