Der Rendering Intent

RGB-Farbprofile enthalten Umrechnungstabellen (LUT) für die Umrechnung der Lab-Farben in die RGB-Werte dieses Farbprofils und umgekehrt sowie weitere Angaben, z.B.:
A2B0    RGB ->Lab Perceptual LUT
A2B2    RGB ->Lab Saturation LUT
A2B1    RGB ->Lab Colorimetric LUT
B2A0    Lab ->RGB Perceptual LUT
B2A1    Lab ->RGB Colorimetric LUT
B2A2    Lab ->RGB Saturation LUT
gamt    Gamut
wtpt     XYZ    Media white point    
bkpt     XYZ    Media black point
cprt      text    Copyright Information
desc     desc    Internal description.
Oft fehlen in den Profilen manche dieser Angaben.

Farbprofile beschreiben also die Konvertierung der RGB-Daten in einen definierten Farbraum (CIE Lab (mittels LUT) oder CIE XYZ(mittels Marrix). Farbprofile für Ausgabegeräte (Monitore, Drucker) beschreiben den umgekehrten Weg, nämlich die Konvertierung von CIE Lab bzw. CIE XYZ in den Farbraum (RGB) des Ausgabegeräts.  M.W. fehlen allerdings z.T. genaue Regelungen fur diese Umrechnungen.
 

Beispiele:
Rendering Intent
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Erläuterung:
Die Farbpunkte sind die Farben eines Bildes, die allesamt auf den Außenkanten dieses (eingebetteten) Farbraums liegen, also maximal gesättigt sind; das Gitter ist der Farbraum eines Ausgabegerätes (z.B. eines Druckers).

Bei Absolut Kolormetrisch werden nur die Farben außerhalb des Druckerfarbraums
(hier oben: lila bis türkis) auf dessen obere Begrenzung (hier also abwärts) verschoben, die übrigen, innerhalb dieses Raums liegenden Farben bleiben unverändert.

Wenn  Sättigung richtig arbeitet, landen alle Farbpunkte genau auf  den Gitterlinien des
Druckerfarbraums.

Bei Perzeptual  werden alle Farbpunkte z.B. gleichabständig in den Ausgabefarbraum
verschoben. Genaue Vorgeben hierzu fehlen m.W. jedoch.

Manchmal findet man in den  Profilen allerdings identische Werte in allen LUTs für die verschiedenen Rendering Intents, also z.B. nur die für Werte für "Absolut Kolormetrisch", Merkt ja sowieso keiner ;-) ...


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Für eigene Versuche stelle ich Euch hier meine Testdatei zur Verfügung, deren Farben alle genau auf den Grenzen eines (nicht eingebetteten) Farbraums liegen. Der im Einzelfall  interessierende Farbraum muss daher zunächst ersteinmal zugeordnet werden, weil manche Programme ansonsten sRGB unterstellen.

Z.B. kann man damit kann prüfen, welche Farben eines Druckers außerhalb seines Farbraum liegen:

Druckerfarbraum

Hier ein Beispiel für meinen Drucker; der o.a. Testdatei wurde zuvor der Farbraum sRGB zugeordnet.


Interessanter als die nicht im Druckerfarbraum liegenden Farben selbst ist, wie Druckerprofile mit diesen Farben umgehen; so etwas zeigt der Softproof :

Test von Druckerprofilen

Links der Softproof des mit SpyderPrint 4.2.3 und rechts der des mit X-Rite i1 erstellten Druckerprofils. Der Rendering Intent ist hier jeweils "Perceptual".
Das Spyder-Profil wirkt arg zusammengestümpert - da sollten sich die Entwickler bei Datacolor mal  mehr Mühe geben!